Entstehung

Unser Häs stellt eine mystische Gestalt einer alten Sage aus
Heuweiler dar. Wie es die Erzählgattung der Sage an sich hat,
so wurde auch diese Überlieferung über die Jahre
der mündlichen Weitergabe immer wieder abgewandelt
und verändert. Der folgende Text gibt die am frühsten
datierte schriftliche Ausarbeitung der Sage wieder.
Gefunden wurde er in einer alten Regionalzeitung
("Der Kleine Familienfreund")datiert auf Freitag den 21.
September 1928.

Der Hund mit dem brennenden Schwanz
" Vor vielen Jahren kehrten einmal zwei Frauen aus Heuweiler
ü ber Wildtal nach Hause zurück. Sie hatten in Freiburg den
ganzen Tag ihre Geschäfte besorgt und überall etwas lange
verweilt. So stiegen sie miteinander den etwas holperigen
Weg auf den Lehacker hinauf, als es bereits Nacht und auch
noch sehr finster wurde. Plötzlich ruft die eine von ihnen:
" Dort rennt ein großer Hund den Berg herunter, gerade auf
uns zu!" Die andere war etwas beherzter und wollte ihm vor
Angst ein Stück Brot zu fressen geben, das sie
schnell aus ihrem Sack kramte; aber das Tier war schon neben
ihr vorbeigehuscht. Sie schauten ihm nach und sahen, dass der
Hund einen feurigen Schwanz hatte und mit ihm drohend wedelte.
Vor Schrecken sprangen sie davon, so schnell sie konnten und
gelangten glücklich nach Hause mit lautem Schnaufen und
stürmischem Herzklopfen. Andern Morgens ging die eine von
ihnen nochmals hinauf, um die Bohnen aufzulesen, welche
sie vor entsetzen hatte fallen lassen. Von dem Hund mit
dem feurigen Schwanz jedoch war keine Spur mehr zu
sehen und so glaubten beide,es sei ein Geist gewesen."

aus "Der Kleine Familienfreund" von Freitag dem 21. September 1928